Wie viel musst Du investieren, so dass Dir kurz nach dem Start nicht die Puste ausgeht?

Wie viel musst Du investieren, so dass Dir kurz nach dem Start nicht die Puste ausgeht?

Wie viel musst Du bei Deiner Gründung wirklich investieren?

Zu Anfang Deines Unternehmens ist es wichtig aufzustellen, was Du alles für den Betrieb Deines Unternehmens brauchst und wie viel Du insgesamt an Kapital für Deine Gründung benötigst.

1.Investitionen: Hier gilt es zu unterscheiden zwischen Investitionen ins Anlagevermögen und Investitionen ins Umlaufvermögen.  Zum Anlagevermögen zählen alle Investitionen in Güter, die Du über lange Jahre (länger als ein Jahr) nutzen wirst und abschreiben kannst. Hierzu zählt auch die Investition in Software als immaterielles Wirtschaftsgut. Laufende Kosten, wie Miete, Strom, Handyvertrag, Personalkosten, etc. zählen nicht zu den Investitionen.

Somit zählen zu den Investitionen ins Sachanlagevermögen bspw. Investitionen in:

    • Grundstücke und Gebäude
    • Anlagen und Maschinen
    • Betriebs- und Geschäftsausstattungen (wie Schreibtische, Firmenwagen, IT-Anlagen, etc.)

Immaterielle Investitionen ins Sachanlagevermögen sind bspw.:

    • Rechte, wie Konzessionen, Patente, Lizenzen o.ä.
    • Geschäfts- und Firmenwert (bspw. bei Übernahme eines Unternehmens)

All diese notwendigen Investitionen trägst Du in Nettowerten zusammen. Dies ist Dein            Investitionsbedarf.

2.Nun darfst Du nicht vernachlässigen, dass Du im Normalfall zu Anfang keine 100%-ige Auslastung Deines Geschäftes haben wirst. Somit wirst Du im Regelfall einen gewissen Zeitraum zu überbrücken haben in dem Du noch nicht die erwarteten Einnahmen generieren kannst. Hier rechnet man mit einer Vorlaufzeit von ca. einem halben Jahr. Diesen Betrag errechnest Du nun wie folgt.

Trage alle Deine monatlich anfallenden Kosten (netto) zusammen. Dazu gehören:

    • Miete
    • Mietnebenkosten
    • Telefon
    • Internetentgelt
    • Beiträge
    • Versicherungen (geschäftlich)
    • KfZ Kosten
    • Reisekosten
    • Werbekosten
    • Reparatur / Instandhaltung
    • Zeitschriften / Bücher
    • Geldverkehr
    • Personalkosten
    • Wareneinsatz
    • Sonstiges

Diese Summe multiplizierst Du mit 6 (für 6 Monate).

3.Nun trägst Du alle Kosten die für die Gründung Deines Unternehmens anfallen. Hierzu gehören:

    • Gründungskosten
    • Gewerbeerlaubnis
    • Notarkosten
    • Genehmigungen
    • Kosten für Eröffnungswerbung

Bilde die Summe Deiner Gründungs- und Initialisierungskosten.

4.Wie hoch sind Deine monatlichen Lebenshaltungskosten? Multipliziere diese mit 6.

Nun summiere alle Werte von 1 bis 4 zusammen und Du hast Deinen Gesamtkapitalbedarf für Deine Gründung errechnet. Dies ist die Mindestsumme die Du für Deine Gründung benötigst.

Viele Gründer unterschätzen den Kapitalbedarf in der Anfangszeit und „verhungern“ sozusagen kurz nach dem Start. Die Liquidität geht einfach verloren und Du kannst Dich nicht mehr bewegen, weil Dir einfach das Geld fehlt um bspw. zu tanken und den nächsten Kundenbesuch zu unternehmen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg für Deine Gründung!

Herzlichst

Kristine Henniges